Am 13. Oktober 2009 gegen 19.00 Uhr MESZ zog eine detonierende Feuerkugel aus westlicher Richtung kommend über die Niederlande und das westliche Norddeutschland. Das beeindruckende Schauspiel hatte in der Öffentlichkeit eine große Resonanz, da durch die günstige Zeit während der Abenddämmerung (gewissermaßen zur „Primetime“) sowie die Dauer und die Umstände des Ereignisses Millionen Menschen Augenzeugen und Ohrenzeugen der Feuerkugel wurden. So entstanden auch zahlreiche detailreiche und aussagekräftige Fotos, u.a. von einem niederländischen Fotografen aus Groningen. (siehe Link). welche augenblicklich im Internet ihre Verbreitung fanden. Auch zahlreiche seismische Anlagen konnten das Ereignis registrieren.
So erreichten auch das Team des ERFM kurze Zeit nach dem Auftreten der Feuerkugel die ersten Informationen dazu. Augenblicklich begann das Team um Thomas Grau mit der Bearbeitung dieses viel versprechenden Falles. Durch die ersten Berichte und die Erfahrungen aus früheren vergleichbaren Ereignissen war ihm schnell klar, daß es sich hierbei mit großer Wahrscheinlichkeit um einen potentiellen Meteoritenfall handele.
Weitere Nachforschungen des ERFM-Teams und ersten groben Berechnungen ergaben ein Gebiet im nördlichen Ostfriesland. Daraufhin unternahm Grau eine einwöchige Expedition dorthin, um das potentielle Zielgebiet durch weitere Zeugenbefragungen vor Ort weiter einzugrenzen. Als Ergebnis konnte ein Gebiet im westlichen deutschen Wattenmeer relativ exakt als wahrscheinliches Streufeld identifiziert werden. Da die Bedingungen für eine systematische Suche dort alles andere als ideal erscheinen, gibt es bisher keine Meteoritenfunde. Die Möglichkeit einer zufälligen Entdeckung besteht natürlich weiter.
Das ERFM Team dankt allen Zeugen für Ihre so zahlreiche und freundliche Unterstützung bei der Bearbeitung dieses Falles.

Ansicht der typischen Wattlandschaft im Fallfeld

Thomas Grau bei der Befragung von Zeugen
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